Wer steht hinter Abdrift?

Als Kabarett ist Abdrift zwar ein Soloprogramm, doch hinter dem Gesamtprojekt stehen starke Partner.

Jürgen Preusser: Segler und Schreiber

Jürgen Preusser wurde am 24. April 1957 in Wien geboren und wuchs in Maria Enzersdorf / Südstadt auf. Trotz der Nähe zum Admira-Stadion, blieb die Fußball-Karriere wegen seiner beiden linken Füße ein Wunschtraum. Noch während einer 15-jährigen Basketball-Karriere auf rustikalem Niveau brachte ihm sein älterer Bruder Reinhard auf dem Neusiedlersee das Segeln näher. Weitere Impulse wurden im Ferienhort am Wolfgangsee auf einem Holzkutter namens Taifun gesetzt.

Am Tag nach der Matura spazierte der sträflich verkannte NBA- und America‘s-Cup-Star ohne Vorwarnung ins ORF-Funkhaus in der Argentinierstraße und bewarb sich als Sportjournalist. Diesen Job übte er dann ein paar Tage aus [Anm.: 16.000 Tage bis 2020]. Während des Studiums und nach einem längeren Engagement als Sportlehrer für behinderte Kinder in New Jersey und Maine landete er bei der Zeitung Die Presse. 1986 wurde er in der Halbzeitpause des Länderspiels Rumänien gegen Österreich (4:0) im Mittelkreis des Steaua-Stadions von Bukarest vom KURIER abgeworben, wo er dann 27 Jahre lang blieb. Nicht im Mittelkreis: Beim KURIER in Wien, bei dem er von 1994 bis 2010 als Sportchef und danach bis 2013 als Chef vom Dienst wütete. Nebenbei pfuschte er als Ghostwriter für die Bücher des Extrem-Radlers Franz Spilauer und des „Austronauten“ Franz Viehböck. Live-Einsätze bei elf Olympischen Spielen bescherten ihm eine persönliche Goldmedaille: Jürgen Preusser wurde zum österreichischen Sportjournalisten des Jahres 2006 gewählt. Seine kritische Kolumne Zündstoff ist 2500 Mal erschienen und war speziell bei Funktionären und Sport-Politikern gefürchtet. Journalistische Seitensprünge führten ihn unter anderem 1989 als Bürgerkriegsberichterstatter nach Rumänien und 2010 in den Golf von Mexiko, um nach der Explosion der Bohrinsel Deep Water Horizon von der Ölpest zu berichten.

In einer Art Parallelwelt wurde das Segeln immer wichtiger: Skipper-Patent, Yacht Master Licence, Amateurfunk-Zeugnis waren die Folgen. Weiters: Nordatlantik-Überquerung auf einem Volvo-Ocean-Race-Boot. Gold, Silber, Bronze und Blech bei den Österreichischen Hochsee-Meisterschaften. Drei Teilnahmen am legendären Ecker-Cup mit dem Klassensieg 2012 als Höhepunkt. Fünf Mal Round Palagruža Cannonball mit Platz zwei bei der Premiere 2008. Zwei Mal Pitter 1000-Meilen-Rennen mit dem Klassensieg 2015 und Platz zwei 2018. Dazu kamen unzählige Törns, einige davon mit Lebensfrau Kathi und den Kindern Lisa und Manuel. Verhaltensauffällige Familienflotten mit bis zu vier Schiffen lieferten genug Stoff für eine Serie von Abdrift-Kolumnen, die unter dem Sammelbegriff „Das Wunder Familientörn“ immer wieder erscheinen.

2013 rückte das Segeln endgültig in den Lebensmittelpunkt und die Yachtrevue wurde zur neuen journalistischen Heimat. Pressearbeiten für Sporthilfe, Vienna City Marathon, Paralympisches Committee, CSIT World Sports Games und sogar das monumentale Druckwerk „125 Jahre Arbeitersport in Österreich“ verschwanden hinter dem Horizont.

Die Kolumne Abdrift entfaltete sich viel besser als erträumt. Weil Preusser in dieser Zeit rein zufällig dem Karikaturisten Reini Buchacher über den Weg lief, wurde aus dem Traum ein Überraschungsprojekt: Die beiden Bücher Abdrift 1 – Satire für Segler und Abdrift 2 – meer Satire sind bereits erschienen, ein drittes (Abdrift 3 – Schlagseiten) ist in Arbeit. Jetzt muss der Autor nur noch darauf achten, dass er als Lektor an der Fachhochschule Kufstein seine Manuskripte nicht durcheinander bringt: Das Abdrift-Kabarett könnte zwar auch nautisch interessierte Studenten erheitern, würde aber wohl den Tatbestand der Themenverfehlung erfüllen. Umgekehrt würden Kabarett-Besucher zu Recht ihr Geld zurück verlangen, sollten sie in eine Vorlesung über Kommunikationsmanagement und Medientraining geraten.

Abdrift ist seit Juli 2013 ausnahmslos in jeder Ausgabe der Yachtrevue erschienen. Seit Juni 2019 schreibt Preusser für das KURIER-Samstagsmagazin freizeit die satirische Kolumne Kopfball.

Und was steht noch auf der nautischer Bucket List? Europäische Atlantikküste vom Nordkap bis zur Algarve, endlich die Karibik, das Schwarzes Meer, eine Peloponnes-Runde, Cornwall und die Isles of Scilly, die Großen Seen, die Neuentdeckung unzähliger Inseln im Mittelmeer sowie die gleichzeitige Zähmung eines widerspenstigen Karikaturisten.

Abdrift 1 – Video-Spot

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Stimmungsbild aus Mödling: Der Teaser zum ersten Kabarett-Programm Abdrift 1 – Satire für Segler (Sprecher: Herbert Wagner; DONAUkanal) schaffte es sogar ein paarmal ins Fernsehen.

Abdrift 2 – Video-Spot

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Das Video zum zweiten Kabarett-Programm Abdrift 2 – meer SatireMEDIAART Filmproduktion / Günter Pachschwöll) zeigt die Atmosphäre in der ausverkauften Stadtgalerie Mödling.

Schicksal: Zeichner trifft Schreiber

Reini Buchacher, geboren am 4. Jänner 1955 in Höfing in der Gemeinde Dellach im Kärntner Gailtal, lebt in Mödling. Seine Homepage findet man unter www.buhaha.com. In Wahrheit heißt der vom Kunstministerium anerkannte Maler, Grafiker und Bildhauer ja Reinhold, was er aber nicht so gern liest und was viel zu seriös klingt. Reinis seit 1997 bestehender Weltrekord: Schnellkarikaturen von 174 Menschen innerhalb von 60 Minuten! Damit steht er im Guinness Buch der Rekorde.

2015 kreuzten sich die Kurse Buchachers und Preussers rein zufällig, weil beide am Buch Wenn Märchen kleine Brücken bauen von Johanna Staschek arbeiteten. Es kam zu einer folgenschweren Kollision: Der Karikaturist mutierte innerhalb von zwei Buchprojekten von einer Landratte zum Leichtmatrosen. Der vielfach mit Kulturpreisen behängte Künstler strapazierte Preussers Nervenkostüm durch konsequentes Ignorieren von Deadlines aller Art und handelte sich auf diese Weise den Ehrentitel „Langsamster Schnellzeichner der Welt“ ein. Das Erscheinungsdatum von Abdrift 3 – Schlagseiten steht auch aus diesem Grund buchstäblich in den Sternen.

Dem Autor ist es völlig unbegreiflich, wie Buchacher erfolgreich für grob geschätzt 99,8 Prozent aller österreichischen Druckwerke arbeiten konnte. Und vor allem, wie Sir Reinhold auch nur zu einer einzigen seiner Ausstellungen und Performances in São Paulo, Vancouver,  New York, Washington, San Francisco, Miami, Seoul, Singapur, Bangkok, Lissabon, Athen, Brüssel, London, Monaco, Bern, Zürich, Basel, Venedig, Mailand, Berlin, Frankfurt, Hannover, Düsseldorf, München und last but not least Schasklappersdorf jemals zurecht kommen konnte.

Gut, für manche seiner oft sehr prominenten Opfer wäre es sowieso besser gewesen, sie wären dem Wahl-Mödlinger nicht in die spitze Feder gerannt. Denn eines ist unbestritten: Besser vom Leben als vom Buchacher gezeichnet. 

Abdrift-Crew in Radio Oberösterreich

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29. Oktober 2019: Reini Buchacher und Jürgen Preusser im Interview mit Wolfgang Lehner im ORF-Radio Oberösterreich. Vier Stunden später kamen zum Abdrift-Kabarett beim Yacht Cub Austria 200 statt 100 Zuschauer ins Linzer Volkshaus Dornach.

Abdrift-Crew in Radio Niederösterreich

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16. Jänner 2020: Jürgen Preusser darf sich am Tag nach der ausverkauften letzten Vorstellung in der Stadtgalerie Mödling eine Stunde lang mit Reini Buchacher bei Julia Schütze im ORF-Radio Niederösterreich in der Sendung Am Vormittag wichtigmachen.

About – Friends & Partners

Abdrift ist ein Solo-Programm mit heftiger Unterstützung Reini Buchachers. Sieht man vom Einhandsegeln ab, ist und bleibt Segeln aber ein Teamsport.  Ohne Freunde und Partner geht gar nichts. Und das gilt auch für das Projekt Abdrift.